Friedenskulturforen

Einige der Grundprobleme unserer Zeit, wie Gewalt gegen andere, die Verfolgung von Minderheiten, Diskriminierung, die Unterdrückung Andersdenkender, die Notlage missbrauchter Kinder, die Isolierung der Alten — all diese sind zu komplex, um von Spezialisten in einzelnen Disziplinen einer Lösung zugeführt zu werden. Deshalb haben die Grüdungsmitglieder des internationalen Forschungs-Netzwerks Cité der Friedenskulturen / Cité des Cultures de la Paix regelmässige Foren über die Friedenskulturen eingerichtet, die interdisziplinäre Gruppen von Geistes- und Naturwissenschaftlern, Künstler, Musiker, Politiker und andere Spezialisten aus verschiedenen Bereichen zusammenführt, um die grossen Probleme der heutigen Gesellschaft zu diskutieren, neue Lösungen zu finden und sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Diese Foren gingen aus einem Vortrags- und Arbeitstreffen über die „Allgegenwart des Politischen“ hervor, das im akademischen Jahr 1993-94 im Maison des Sciences de l’Homme in Paris stattfanden, sowie aus zwei internationalen interdisziplinären Symposien; „Strukturen der Exklusion“ (1995) führte dreiunddreissig Redner aus zwölf Ländern zusammen, um das komplexe Phänomen der Exklusion von der Antike bis heute, einschliesslich der sozialen, politischen, religiösen und literarischen Dimensionen zu diskutieren; „Formen und Dynamik der Exklusion“ (1997) hatte einhundert Teilnehmer aus Europa, Nord- und Südamerika, Asien, Indien, Australien, Neuseeland, dem Nahen Osten und aus Afrika, die jenes verwickelte Problem in der heutigen Gesellschaft mitsamt seinen vielfältigen politischen, sozialen, wirtschaftlichen, philosophischen, wissenschaftlichen und literarischen Aspekten diskutierten. Zwischen 1998 und 2002 fanden weitere internationale Konferenzen in Washington, Pittsburgh, Ottawa, Paris und anderen Städten statt.

2003 gründeten Prof. Dr. Amy Colin und Dr. Ernst Seidel, Präsident von Pro Europa: europäische Kulturstiftung das Europäische Forum über Friedenskulturen. Die erste Forumsveranstaltung widmete sich der Analyse des Konfliktes zwischen Politik und Religion; es wurde mit Unterstützung der Pro Europa-Stiftung, der Cité für Friedenskulturen, der Stadt und des Kantons Luzern veranstaltet. Das Forum fand statt unter der Schirmherrschaft von Pascal Couchepin, dem damaligen Präsidenten der Schweizer Konföderation. Unter den Rednern waren Martti Ahtisaari, der frühere finnische Staatspräsident und spätere Friedensnobelpreisträger; Dr. Walter Schwimmer, der damalige Generalsekretär des Europarates, S. E. Mgr. Amédée Grab, Präsident der europäischen Bischofskonferenz, Bischof Makarios de Lampsakos, Vertreter des Patriarchen von Konstantinopel. Dem Forum schloss sich die Verleihung eines Kulturpreises an sowie ein Konzert unter dem prominenten Dirigenten Daniel Barenboim.

In den folgenden Jahren diente der Titel „Forum über Friedenskulturen“ dazu, kennzuzeichnen, dass die Foren grundsätzliche Ideen und Konzepte weiterentwickeln sollten, die Bestandteil der UNESCO-Manifeste und – Programme für eine Friedenskultur sind, indem sie verschiedene Kulturen untersuchen und nicht nur eine „Friedenskultur“ und damit die Pluralität des Begriffs Frieden unterstreichen. Jedes dieser Foren konzentriert sich auf ein jeweils anderes Grundproblem der heutigen Gesellschaft und dessen Auswirkungen. Jedes dieser Foren brachte einflussreiche Zeitgenossen mit vielen anderen aktiven Teilnehmern aus verschiedenen Disziplinen und Ländern zusammen, um mögliche Lösungen der Grundprobleme und ihrer Auswirkungen zu überdenken und zu entwickeln. Oft waren mit einem solchen Forum eine Friedenspreisverleihung und kulturelle Veranstaltungen verbunen. Jedes der Foren fand in einer anderen Kulturhauptstadt oder einer Stadt mit besonderer politischer Bedeutung statt; die meisten Foren standen unter der Schirmherrschaft des jeweiligen Staatspräsidenten. Der Name des Forums ist durch Copyright und sein Zweck juristisch geschützt.

Im Jahre 2009 eröffnete die Stiftung für Friedenskuluren ihre Arbeit mit einem Forum, mit dem eine Konferenz, eine Preisverleihung und eine dokumentarische Ausstellung einherging: „Coexistence and Exclusion in Multicultural Societies / Convivenza et Esclusione nelle Società Multiculturali“; es fand an der Universität der italienischen Schweiz, der theologischen Fakultät in Lugano und in dem früheren Rathaus von Breganzona statt. Botschafterin Carla del Ponte, Professor Peter Demetz (Yale University), Professor Patrick Imbert (Universität Ottawa) und Professor Michael Finkenthal (The Johns Hopkins University) waren die prominentesten Redner bei dieser Veranstaltung.

Die kommenden Foren werden frühere Ansätze weiterführen und sich auf Grundprobleme der heutigen Gesellschaft beziehen. Die Ergebnisse der Foren werden veröffentlicht und einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden.

Für weitere Information über bisherige Foren siehe: International Conferences and Forums.

Neue Foren werden auf dieser Webseite angekündigt werden.

Amy Colin
President of the City for
the Cultures of Peace