EINE BOTSCHAFT – EINE SCHLÜSSELAUFGABE

Die politische Vision einer weltoffenen, pluralen Gesellschaft im Zeichen des Friedens kann nur dann verwirklicht werden, wenn sie im Bewusstsein der Gegenwart und Zukunft verankert ist, wenn jeder Einzelne einen Beitrag zum Brückenbau zwischen heterogenen Völkern und Kulturen leistet und die Offenheit für das Andersartige sowie den Wert der wechselseitigen Anerkennung verteidigt. Die Vorstellung eines ewigen Friedens im Sinne Immanuel Kants muss im Gedächtnis der Menschen eingeschrieben sein, damit jeder die Notwendigkeit erkennt, diese unerlässliche Kulturarbeit weiterzuführen.

Gesetze zum Schutz der Freiheit, Selbstbestimmung und Pluralität, wie sie in den unterschiedlichsten Staatengemeinschaften, Ländern und Regionen von Europa bis Nord- und Südamerika, von Asien bis Afrika eingeführt wurden, sind eine wichtige Voraussetzung für den Frieden, reichen indes nicht aus, um politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Konflikte zu lösen. Zu den pluralen Gemeinschaften, die nach neuen Modellen suchen, um das friedliche Miteinander der Völker und Kulturen zu sichern, zählt die Europäische Union. Das Projekt eines vereinten Europas, das visionäre Schriftsteller, Künstler, Philosophen, Wirtschaftsexperten und Politiker als eine Antwort auf die leidvolle, von Kriegen überschattete Geschichte ihrer Länder entwickelt haben, erfordert indes nicht nur neue Gesetze, sondern auch die Zustimmung der Mitbürger und den Beitrag des Einzelnen, um sich zu bewähren, um als Friedensbrücke bestehen zu können. Dies gilt für alle Länder und Kulturen.

Die Cité der Friedenskulturen wird eine Brücke zwischen heterogenen Kulturen sein. Eines ihrer wichtigsten Ziele ist es, die Vision friedlicher pluraler Gemeinschaften den Menschen näher zu bringen. Die Macht der Symbole kann den Friedensgedanken in den Herzen und im Bewusstsein der Menschen verankern. Einen wichtigen Beitrag zur Friedensarbeit kann auch das Zusammenwirken von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung, Literatur, Kunst und anderen kreativen Schaffensbereichen leisten. Daher ist das internationale Netzwerk von Wissenschaftlern und Forschern aus unterschiedlichen Disziplinen, Künstlern, Musikern und Repräsentanten anderer Tätigkeitsbereiche eine Grunddimension dieser Cité. Die Bemühungen der Mitglieder dieser Cité wie auch vieler anderer Organisationen, die sich für den Frieden einsetzen, sind winzige Tropfen kalten Wassers auf glühend heißen Steinen. Jeder Tropfen zählt. Denn viele Tropfen ergeben einen Regen. Und der Regen könnte eine Veränderung bewirken. Daher stehen die Tore dieser Cité weit geöffnet, um alle Menschen willkommen zu heißen, die am Bau des Friedens kreativ mitarbeiten wollen. Der französische Terminus Cité steht für Stadt, Gemeinde sowie Zentrum regen geistigen Austausches. Die Cité der Friedenskulturen soll eine „Stadt ohne Mauern“ sein.

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MESSAGE, 4 June 2020

We condemn the horrific murders of George Floyd and Ahmaud Arbery. Our hearts go out to their family and friends. We stand in solidarity with them, the African-American communities, and the peaceful protesters who call for justice, an end to police brutality against people of color, and a fundamental change in policies in order to effectively combat racism! We are full of admiration for Ahmaud Arbery’s and George Floyd’s family and friends because they did not ask for vengeance, but for justice and peaceful protest against racism. We are proud of the peaceful protestors. Thousands of them took to the streets to demand an end to racism. We stand in solidarity with them. Anti-racist education is one of the main projects of the City for the Cultures of Peace. We are determined to continue our work and to combat racism through education. We are committed to inscribing mutual recognition and respect into the consciousness of the present.

Amy Colin,
Gründungspräsidentin der
Cité für Friedenskulturen