Israelpreisträger Aharon Appelfeld (1932–2018), Rumänien/Ukraine/Israel

Appelfeld, einer der bedeutendsten Israelischen Schriftstellern, Professor Emeritus der Ben Gurion Universität in Be’er Sheva und gegenwärtig Mitglied der American Academy of Arts and Sciences sowie Ehremitglied der Cité der Friedenskulturen, hat zahlreiche Preise für sein Werk erhalten, u.a. “Premio della Rosa d’Oro” der Milanesiana (2010), “Premio Napoli” (2007), den “Nelly-Sachs-Preis” (2005), den “Prix Médicis” (2004) und den “Israel Preis” (1983). Seine Bücher sind in viele Sprache übersetzt worden. Zu den Übertragungen ins Deutsche zählen: Alles was ich liebte. Roman (2002), Badenheim 1939. Roman (2001), Blumen der Finsternis. Roman (2008), Der eiserne Pfad. Roman. (2006), Die Eismine. Roman. (2000), Elternland. Roman (2007), Für alle Sünden. Roman (2000), Geschichte eines Lebens. Autobiographie (2005), Tzili. Roman (2005), Der unsterbliche Bartfuß. Roman (1995), Zeit der Wunder. Roman (2002), Bis der Tag anbricht. Roman (2006), Meine Geschichte ist eigentlich undenkbar. In: Martin Doerry (Hrsg.) und Monika Zucht (Fotos): Nirgendwo und überall zu Haus. Gespräche mit Überlebenden des Holocaust (2006), Katerina. Roman (2010), Der Mann, der nicht aufhörte zu schlafen. Roman (2012).

Seine Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg sind ein Schlüsselthema seines Werkes: Appelfeld, der einer deutschsprachigen jüdischen Familie entstammt, ist 1932 in Czernowitz, Paul Celans und Rose Ausländers Heimatstadt, geboren. Für weitere Informationen über diese Stadt, siehe: Czernowitz, Bukowina. Er war 9 Jahre alt, als rumänische Faschisten und deutsche Nazis die Bukowina und ihre Hauptstadt Czernowitz besetzten und tausende jüdische Einwohner binnen weniger Tage ermorderten. Die Überlebenden wurden in Viehwagons in die Todeslager Transnistriens deportiert, wo manche an Hunger, Typhus oder Erschöpfung aufgrund der Fronarbeit starben, während andere erschossen wurden. Seine Mutter und Großmutter wurden ermordet; er selbst wurde gemeinsam mit seinem Vater in ein Todeslager nach Transnistrien deportiert, doch spatter von seinem Vater getrennt. Appelfeld blieb allein. Es gelang ihm jedoch aus dem Lager zu fliehen und sich in den Wäldern zu verstecken, wo ihm andere von der Gesellschaft ausgestoßene Menschen halten. Später wurde er von der Roten Armee aufgegriffen und arbeitete als Küchenhilfe. Nach dem Krieg wanderte er gemeinsam mit anderen Waisenkindern und Displaced Perons von der Bukowina über Rumänien, Yugoslawien und Bulgarien nach Italien, von wo er nach Jerusalem gelangte.

Weitere Informationen unter: http://en.wikipedia.org/wiki/Aharon_Appelfeld, www.guardian.co and www.tabletmag.com

 

EVENTS MIT AHARON APPELFELD IN DER CITÉ DER FRIEDENSKULTUREN

 

Imagine Peace!”  –  Vortrag, Lesung und Seminar, Lugano, Schweiz, 3.-4. Mai 2011.

 

Preisträger der Cité für Friedenskulturen, 2011.

 

Photo © Aharon Appelfeld

-->