Herta Müller, Nobelpreisträgerin für Literature (2009), Rumänien/Deutschland.

Herta Müller, die “mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit” zeichnet (Würdigung des Nobelpreiskomitees, Nobelprize.org. 19 giugno 2009), erhielt den Nobelpreis in Literatur im Jahre 2009 für ihre mutige Kritik der Diktatur Nicolae Ceauşescus. Ihr Werk deckt die Absurdität der menschenentwürdigenden totalitären Regime und deren zerstörerischen Einfluß auf die Beziehung zwischen Gemeinschaft und Individuum auf, insbesondere innerhalb der deutschsprachigen Minderheit in Rumänien.

Herta Müller, deutschrumänische Autorin aus Nitzkydorf im Banat, einer deutschsprachigen Region Rumäniens, hat nach Beendigung ihrer Studien in Germanistik und Rumänistik an der Universität Timişoara als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik gearbeitet, wird aber entlassen, weil sie sich weigert mit der rumänischen Geheimpolizei zusammenzuarbeiten. Vier Jahre lang erhält sie keine Genehmigung ihr erstes Buch, Niederungen, zu veröffentlichen. Im Jahre 1982 erscheint dieses Buch in einer zensierten und gekürzten Fassung. Nach der Publikation der ursprünglichen Fassung des Buches in der Bundesrepublik (1984) wird sie Opfer von Repressalien und erhält Publikationsverbot in Rumänien.

Im Jahre 1984 wandert sie in die Bundesrepublik aus und läßt sich in Berlin nieder. Von 1989 bis 2001 hat sie Gastprofessuren an verschiedenen Universitäten in Deutschland, der Schweiz, England und den USA u.a. die Tübinger Poetik-Dozentur (2001) inne und wird 1998 auf die “Brüder-Grimm-Gastprofessur” an der Universität Kassel und 2005 auf die “Heiner-Müller-Gastprofessur” an der Freien Universität zu Berlin berufen. Seit 1995 ist sie Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Zu ihren zahlreichen Ehrungen zählen, der “Hoffmann-von-Fallersleben-Preis” (2010), der “Franz-Werfel-Menschenrechtspreis” (2009), der “Berliner Literaturpreis” (2005), der “Konrad-Adenauer-Preis” (2004), der “Franz-Kafka- Literaturpreis” (1999), der “Ida-Dehmel-Literaturpreis” (1998), der “International IMPAC Dublin Literary Award” (1998), der “Heinrich-von-Kleist-Preis” (1994) und der “Ricarda-Huch-Preis” (1987).

Werke (Auswahl): Vater telefoniert mit den Fliegen (2012), Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel (2011), Cristina und ihre Attrappe oder was (nicht) in den Akten der Securitate steht (2009), Lebensangst und Worthunger (2009, 2010), Atemschaukel (2009), Die blassen Herren mit den Mokkatassen (2005), 
Der König verneigt sich und tötet (2003),
 Der fremde Blick oder Das Leben ist ein Furz in der Laterne (1999), Heute wär ich mir lieber nicht begegnet (1997, 2009), Herztier (1994), Der Fuchs war damals schon der Jäger (1992, 2009), Reisende auf einem Bein (1989, 2010), Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt (1986, 2009), Niederungen (1982, 1984, 2010).

Weitere Informationen auf der Web-Seite: www.hanser-literaturverlage.de/autoren/autor.html?id=24382.
Siehe auch: www.spiegel.de/thema/herta_mueller und http://en.wikipedia.org/wiki/Herta_M%C3%BCller

 

EVENTS MIT HERTA MÜLLER IN DER CITÉ FÜR FRIEDENSKULTUREN

Imagine Peace! Lesung aus ihrem Roman Atemschaukel und anschließende Diskussion, Lugano, Schweiz, 4. Juli 2011.

Preisträgerin der Cité für Friedenskulturen, 2011.

Photo (2007) © Annette Pohnert / Carl Hanser Verlag